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Nintendo DSi: Eine Sache der Halbherzigkeit

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Auf Erfolg getrimmt
Nintendo DS. Ein Synonym für Erfolg und keiner wird ihn bestreiten können. Dieses kleine schmucke Gerät mit zwei Bildschirmen hat sich seit seiner japanischen Veröffentlichung im Jahre 2004 zum Lifestyle-Produkt gemausert und erobert seitdem die ganze Welt. Zu verdanken hat er dies besonders dem Nintendo DS lite, dem ersten Hardwareupdate. Befanden sich zwischen 2004 und 2006 grob ca. 25 Millionen Geräte der Originalfasung in Zockerhänden, waren es dank dem NDS lite vor der Veröffentlichung des DSi bereits ca. 97 Millionen. Somit konnte sich der DS lite im selben Zeitraum wie das Original ca. 72 Millionen mal verkaufen und von der Menge her ca. dreimal soviel absetzen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Ein kompaktes, rundum verbessertes Design, das sich am Zeitgeist der iPod-Generation orientierte, die noch immer innovative Touchscreen-Eingabemethode und verbesserte Features wie die regelbare Hintergrundbeleuchtung. Die vorhandene Abwärtskompatibilität zum damals noch nicht ganz toten Game Boy Advance mag seinen kleinen Teil beigetragen haben. Hinzu kommt der Verzicht auf Multimediafunktionen, was dem Verkaufspreis zugute kam und die clevere Vermarktung als Produkt für Jedermann. Kurzum: Nintendo hatte fast alles richtig gemacht.

 
Heute, am 3. April 2009, erscheint hierzulande der Nintendo DSi, der die Erfolgsgeschichte fortsetzen soll. Zwei VGA-Kameras, SD-Kartenslot, Musik- und Fotofunktion sollen dafür sorgen, dass die Leute und die Fans in die Läden stürmen, um das neue Teil zu ergattern. Betrachtet man jedoch den Nintendo DSi nicht mit der Fanbrille, sondern mit der objektiven Lupe, ist der Begriff „Mogelpackung“ im gewissen Umfang nicht ganz unangebracht. Rein wirtschaftlich betrachtet ist der Grund für das Redesign recht einfach zu erklären. Im Vergleich zu den Vorjahren begannen die Verkäufe des Nintendo DS in Japan rapide zu sinken. Nintendo Präsident Satoru Iwata kommentierte Ende 2008, das er keine Marksättigung des Nintendo DS sähe und verwies zudem auf das Ausland und dem neuen DSi. Tatsächlich waren die Verkäufe laut Media Create (verantwortlich für die Japan-Verkaufscharts) um knapp vier Millionen Einheiten eingebrochen. Konnten von Januar bis Dezember 2007 noch ca. sieben Millionen Geräte abgesetzt werden, waren es von Januar bis November 2008 nur etwa 2,6 Millionen. Klar, dass hier Handlungsbedarf bestand.

Eyetoy-DS? Nein, danke!
Nun stellt sich die Frage, warum sich ein Nintendo DS lite Besitzer den neuen Nintendo DSi gönnen und damit die Nachfrage am Leben halten sollte. Bei genauer Betrachtung muss diesem auffallen, dass er in Wahrheit eine alte Technik zum teureren Preis angeboten bekommt. Im Detail muss er sogar auf Bewährtes verzichten und dafür  stolze 170 Euro berappen. Die auffälligste Neuerung sind dabei die beiden Kameras, mit denen Nintendo neuen Spielspaß verspricht. Doch selbst wenn die Entwickler interessante Konzepte damit umsetzen, so versteht der Kunde den DSi noch immer als Handheld, den er überall mitnehmen kann. Wer aber macht sich in der Öffentlichkeit freiwillig lächerlich und schneidet im Zug oder Flugzeug Grimassen in die Linse? Eventuell können sich die Japaner damit anfreunden, doch ob der Westen an einem „Eyetoy-DS“ interessiert ist, kann man zu bezweifeln wagen.
 Autor:
Marcel Huse
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