Ex-Nintendo-Präsident Hiroshi Yamauchi ist tot

News vom 19-09-13
Uhrzeit: 18:56
Der ehemalige Präsident von Nintendo, Hiroshi Yamauchi, ist tot. Wie Nintendo bekannt gab, starb der 85-jährige heute Morgen in einem Krankenhaus an den Folgen einer Lungenentzünding.
Yamauchi, geboren 1927 in Kyoto, übernahm Nintendo 1949 von seinem Großvater, der die Firma zuvor geleitet hatte. Dazu brach Yamauchi sein Studium ab und wechselte als 22-jähriger gleich an die Spitze des Unternehmens. Gerade in seinen Anfangsjahren wurde Yamauchi ein geradezu diktatorischer Umgang mit den Mitarbeitern nachgesagt. Auf seine Initiative hin wurde Nintendo zuerst zum Spielkartenhersteller und später zum Taxibetreiber, Stundenhotelbesitzer und Instant-Reis-Vertreiber. Der Erfolg blieb jedoch aus und schließlich wandelte sich Nintendo erneut - dieses mal zum Spielwarenhersteller. Die zunächst mechanischen Spielzeuge wurden bald durch Elektronikprodukte ergänzt und schließlich erzielte man mit dem Arcade-Spiel Donkey Kong einen großen Erfolg, was die Konzentration auf das Videospielegeschäft voran trieb. Auf die Arcade-Spiele folgten schließlich mit dem NES, dem SNES zwei stationäre Videospielkonsolen. Yamauchi zeigte sich während dieser Zeit für die Freigabe von Spielen zuständig und nur was ihm gefiel wurde auch veröffentlicht. Dabei bewies er, trotz der Tatsache, dass er nicht spielte, ein gutes Händchen für erfolgsversprechende Titel und prägte eine gesamte Industrie maßgeblich mit. Nach dem Flog des Virtual Boy, den Yamauchi bis zueletzt verteidigte, wurde das Nintendo 64 unter seiner Regie veröffentlicht, mit dem Nintendo die Dominanz im Konsolensektor verlor. In einem Interview gab Yamauchi später zu, dass Nintendo 64 absichtlich schwer programmierbar gestaltet zu haben, um schlechte Drittentwickler fernzuhalten. Auch der Bruch mit Squaresoft, die nach ihren Erfolgsspielen auf dem Super Nintendo schließlich auf die PlayStation wechselten, wird ihm zugeschrieben. Diese Fehler versuchten er und seine Mitarbeiter mit dem GameCube wieder auszubügeln, was ihnen aber nicht mehr richtig gelang. Bald darauf, 2002, trat Yamauchi als Präsident von Nintendo zurück und machte Platz für Satoru Iwata, seinen Wunschnachfolger.

Unter Yamauchis Führung wurde Nintendo zu einem der wichtigsten Videospielehersteller aller Zeiten und sein Erbe war und ist unbestritten groß. Es bleibt abzuwarten, was sein Tod für die Zukunft von Nintendo bedeutet, denn auch nach seinem Rücktritt als Firmenchef war Yamauchi der Hauptaktionär des Unternehmens. Er galt daher auch als gewichtige Stimme im Hintergrund und vor allem auch als Unterstützer des heutigen CEOs Satoru Iwata, der in letzter Zeit durch schwache Verkäufe der Wii U unter Druck geraten ist.

 Autor:
Frank Ziegler 
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