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999: Nine Hours, Nine Persons, Nine Doors

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Luft nach oben
Spielerisch wird im Grunde gewöhnliche Adventure-Kost geboten. In den Rätselräumen muss man stets seine Umgebung durchsuchen, aufgelesene Gegenstände kombinieren oder mit der Umgebung zusammen verwenden. Leider sind die Rätsel, obwohl sie typologisch sehr nah an dem liegen, was Virtue’s Last Reward bietet, spielerisch bedeutend schwächer. In einem Großteil der Räume muss man im Grunde nicht viel mehr machen, als alle Umgebungspunkte einmal berühren, wirklich nachdenken muss man nur in zwei Räumen und bei einem Mini-Rätsel am Ende. Hier wurde definitiv viel Potential verschenkt und 999 muss so noch viel mehr als Virtue’s Last Reward von seiner Geschichte leben.

Erzählerische Stärken
Diese ist auch durchaus sehr spannend erzählt, enthält eine Menge interessanter Wendungen und vor allem einige sehr unterhaltsame Charaktere. Wer Virtue’s Last Reward vorher gespielt hat, wir zudem einige alte Bekannte wiedertreffen: Clover ist hier noch etwas jünger und großzügiger mit Kleidung versehen, Akane hat ebenfalls eine Rolle im zweiten Teil und ein weiterer Charakter kehrt in Virtue’s Last Reward wieder, auf dessen Nennung verzichten wir hier aber aus gutem Grunde. Die Geschichte ist zwar wiederum sehr intelligent konstruiert, kann, was Liebe zum Detail, wissenschaftliche Anspielungen und Exaktheit anbelangt aber leider nicht mit dem Nachfolger mithalten. Der Autor hat definitv vom ersten zum zweiten Teil dazu gelernt.
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Dafür sind die Charaktere in 999 noch etwas interessanter und wer eher auf Fantasy als auf Science-Fiction steht, wird in 999 besser bedient als in Virtue’s Last Reward – andersherum natürlich ebenfalls. Der Zusammenhang zwischen den beiden Geschichten ist übrigens abseits der Charakter-Überschneidungen ziemlich nebensächlich, so dass man 999 und Virtue’s Last Reward in beliebiger Reihenfolge spielen kann. Interessanterweise nimmt Virtue’s Last Reward ähnlich viel von 999 vorweg, wie andersherum. Daher ist es auf Grund der doch merklich höheren Qualität des zweiten Teils, durchaus zu empfehlen, die Spiele entgegen ihrer Reihenfolge zu spielen, sofern man sich nicht sicher ist, ob ein solches Spiel etwas für einen ist. Wer übrigens die Vita-Version von Virtue’s Last Reward gespielt hat, der wird erstaunt sein, wie gut die Steuerung mit Stylus funktioniert. Die Steuerung in 999 bedarf noch etwas höher Präzision als in Virtue’s Last Reward, geht aber dennoch bedeutend besser von der Hand als in der Vita-Version des zweiten Teils. Technisch wird übrigens handgezeichnete Comic-Optik mit ziemlich antik anmutenden 3D-Animationen verbunden, hier gibt der Nachfolger, insbesondere dank des Generationssprungs, natürlich ein deutlich besseres Bild ab. Auf Seiten der Akustik ist die Musik nahezu identisch zum Nachfolger und entsprechend sehr stimmungsvoll und gelungen.
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FAZIT
999: Nine Hours, Nine Persons, Nine Doors ist ein gelungenes Adventure-Spiel mit toller Geschichte und einigen netten Rätseln, ein Pflichttitel ist es aber eher nicht. Nichtsdestotrotz ist es schade, dass uns dieser Titel vorenthalten wurde, wenngleich der Import auf dem Nintendo DS ja eher ein geringes Problem darstellt. Die interessanten Charaktere und die spannende Geschichte sorgen jedenfalls dafür, dass man bedenkenlos zugreifen kann und auf jeden Fall eine sehr nette Geschichte mit nur marginalen Schwächen vorfindet.

Daher für Einzelspieler gut.
 Autor:
Sebastian Küpper
Testbericht
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Leserwertung:
8.0