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Solatorobo: Red the Hunter

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Was schnell auffällt, ist, dass der komplette Erforschungsteil typischer Adventure- und Rollenspiele entfällt, was auch damit zusammenhängt, dass es in Solatorobo keine Oberwelt gibt. Das Luftschiff von Red, die Asmodeus, dient als Zentrale, in der man nicht das Spiel speichern, Sammelobjekte einsehen, sowie den Kampfroboter verbessern kann. Über ein Menü wählt man die jeweilige Stadt an und fliegt ohne viel Trara dorthin, um sodann zu Fuß, beziehungsweise zu Dahak die jeweilige Insel zu erkunden. Jede der zahlreichen Inseln besteht aus einer Stadt, die im Vergleich zu anderen Rollenspielen eher kompakt ausfallen, dafür aber auch ohne gigantisches Zeitinvestment unterwegs erfasst werden können. Perfekt für die Handheld-Erfahrung also. In den Städten gibt es selbstverständlich NPCs, die typische Einzeiler drauf haben sowie Läden, in denen neue Bauteile für den Dahak gekauft werden können. Um aber so richtig in die jeweilige Umgebung einzutauchen, begibt man sich am besten zu Flo, dem süßen Felineko-Mädchen an der Questbörse. Diese Missionen sind das Herzstück von Solatorobo, denn egal ob Neben- oder Hauptquests, die Missionen treiben den Plot voran und helfen, die Welt von Shepherd zu bereichern. Angesichts der insgesamt recht kurzen Spielzeit sollte man sich im Falle des Kaufs auch wirklich damit beschäftigen. Zum einen bieten die Sidequests völlig neue Situationen, denen man im Hauptspiel gar nicht begegnet, zum anderen haben wir im Testspiel für das einmalige Absolvieren aller Missionen nur etwa 16 Stunden benötigt. Ohne Nebenmissionen darf man davon einige Stunden abziehen, was für ein Action-RPG doch eher mager ist.

In den meisten Missionen kommt der Dahak-Roboter kräftig zum Tragen - oder besser gesagt, muss selbst kräftig tragen. Das Kampfsystem von Solatorobo wirkt auf den ersten Blick sehr simpel, da alle Aktionen von den Trag- und Wurffähigkeiten des Dahak abhängig sind. So besiegt man Gegner, indem man Fässer auf sie wirft, deren eigene Raketen fängt und zurückwirft oder sie selbst, vorzugsweise von hinten, packt und durch die Luft schleudert. Doch selbst am Spielende stellt sich bei dem A-Button-lastigen Kampfsystem keine Langeweile ein. Geschickt führt das Spiel immer wieder neue Elemente ein, die eine repetitive Erfahrung vermeiden lassen. Neben bloßen Kämpfen muss man auch immer wieder Kisten schleppen, auf Schalter stellen oder als mobile Plattform benutzen, um mittels B-Button auf höher gelegene Stellen springen zu können. Der Jump'n'Run-Part des Spiels ist überaus simpel gehalten, fügt aber Einiges an gefühlter Freiheit hinzu. Weniger frei fühlt man sich durch die ständigen Kommentare der Charaktere bei egal welcher Aufgabe. Beim Betreten beinahe jeden neuen Raumes eines Areals reden die Figuren erst einmal miteinander und nehmen dem Spieler dadurch so gut wie jedes Eigendenken ab. Das ist nur deshalb nicht sonderlich beeinträchtigend, weil alle Rätsel im Spiel einfach gehalten sind und nicht zur Herausforderung gehören. Doch auch der Rest des Spiels ist allenfalls für Anfänger ausgelegt, mit Ausnahme weniger Bosskämpfe sollte man nie Probleme bekommen. Es wird aber nicht nur gekämpft oder getragen, sondern auch geflogen. In den - leider zu seltenen - Flugmissionen darf man die Flugioptionen des Dahak anwenden und zwischen lauter winzigen Schwebeinseln umherfliegen. Dabei gilt es auf die Energieanzeige des Roboters zu achten, die nur kurz anhält und durch ständige Zwischenlandungen aufgefüllt werden muss. Ein eher hakliges Rennspiel, bei dem man eigene Flugmaschinen benutzt und das auch einen Mehrspieler-Modus besitzt (jeder Spieler braucht eine Kopie des Spiels), rundet den Spielvariantenreichtum von Solatorobo ab.
 Autor:
Maximilian Edlfurtner
Testbericht
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Leserwertung:
8.5