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Electroplankton

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 Spiel-Infos: Electroplankton
Electroplankton Boxart Name: Electroplankton
Entwickler: indieszero
Publisher: Nintendo
Erhältlich seit: 07. Juli 2006
Genre: Musik & Rhythmus
Spieler: 1
Features:
Touchscreen, Mikrofon
Von der Kunst der Kunst
Es gibt tatsächlich Menschen auf dieser Welt, die der Meinung sind, dass Videospiele keinesfalls den Verfall des Abendlandes darstellen und das Medium sogar als eine neue Kunstform verstehen. So vereinen Videospiele nicht nur das audiovisuelle Erlebnis mit dem unschätzbaren Geschenk der Interaktivität, sondern man kann sie auch durchaus als eine Art Sport verstehen, in dem Können und Training mit dem ersten Platz belohnt wird. Natürlich ist auch in der Welt der Bits und Bytes nicht alles Gold was glänzt und ich möchte verständlicherweise davon absehen, ein liebloses Lizenzspiel unter der Kategorie „Kunst“ einzuordnen. Doch gibt es auch löbliche Ausnahmen und Anstrengungen – so etwa auch, wenn gezielt Menschen aus dem Bereich Kunst in die Entwicklung eines Videospiels hinzugezogen worden sind, um mit ihren meist Branchenfremden Erfahrungen etwas zu schaffen, was wir durch die Hände allzu alteingesessener Entwickler niemals bekommen würden. Genau dies ist bei ElectroPlankton geschehen, als sich der japanische Medien Künstler Toshio Iwai, der unter anderen für seine innovative Umwandlung von Licht in Musik bekannt geworden ist, mit Nintendo zusammengetan hat, um mit ElectroPlankton eine der faszinierendsten Softwaretitel der letzten Jahre zu schaffen.
Schon von der ersten Sekunde an klingt das Spielprinzip von ElectroPlankton äußerst bizarr und ungewöhnlich, genau so wie das Umfeld, in dem die Software stattfindet: Durch die Verwendung des Touchscreens und dem Mikrofon des Nintendo DS interagiert ihr mit insgesamt zehn verschiedenen Plankton-Wesen. Euer Ziel ist es dabei lediglich angenehme, rhythmische und melodische Klänge entstehen zu lassen (sofern ihr das denn wollt), wobei dies bei jedem Plankton auf eine andere Art zu machen ist und dabei auch völlig unterschiedliche Ergebnisse herauskommen. Und wie kann man ElectroPlankton besser verstehen, als mit der Beschreibung der verschiedenen Modi?
 
Beyond the sea!
Beim Plankton „Tracy“ wählt ihr am Bildschirmrand einen der sechs wartenden Wesen aus. Dieses schwimmt nun auf dem Bildschirm umher. Zeichnet ihr nun eine Linie ein, so folgt es dieser in einem endlos Loop und fabriziert so einen Klaviersound. Natürlich könnt ihr auch die anderen hinzunehmen, die Linien immer wieder verändern, oder mit dem Steuerkreuz die Geschwindigkeit regulieren.
Bei „Hanebow“ habt ihr es mit aus dem Wasser springende Kaulquappen zu tun. Diese springen auf einem sich zufällig dort befindlichen Baum und hüpfen so, Pingpong artig, zwischen den großen Blättern hin und her, bis sie wieder im rettenden Wasser landen. Dadurch entsteht ein Xylophonspiel, das ihr auch wieder beeinflussen könnt. So lassen sich die Blätter der Pflanze mit dem Touch Pen bewegen oder mittels A Button sogar die Neigung der Blätter in Gradzahl angeben lassen. Hat man einmal eine besonders gute Position geschaffen, so kann man sich diese notieren und gegebenenfalls wieder herstellen. Auch die Anzahl, in der die kleinen Kaulquappen aus dem Wasser geschossen kommen, kann man regulieren und so ein wahres Klangkonzert hervorrufen. Mit der Zeit verfärben sich die Blätter der Pflanze und sie geben einen fast Harfengleichen Ton von sich.
Bei der Auswahl des Plankton mit dem Namen „Luminaria“ findet ihr euch auf einen Feld mit insgesamt 36 Feldern wieder. Jedes Feld ist mit einer Art Zeiger ausgestattet. Egal in welche Richtung die einzelnen Pfeile zeigen – die vier Sternenartigen Wesen die hier entlang sausen folgen diesen Pfaden und geben dabei Klavier und Glockenklänge von sich. Natürlich könnt ihr die Zeiger nach eueren Wunsch umstellen. Dabei ist es unglaublich, was für Ohrwurmige Melodien gerade in diesem Modus entstehen können. Noch dazu drehen sich die Pfeile wie wild um sich selbst, wenn ihr mit dem Touch Pen lange genug drauf tippt, so dass die Melodien noch wildere Züge annehmen.
Bedächtige Stimmung kommt hingegen bei „Sun-Animalcule“ auf: Zu Beginn ist der gesamte Touchscreen nur in ein Rot getaucht. Drückt man nun auf diesen, so entsteht ein kleiner Punkt. Plötzlich wächst dieser immer weiter an, nimmt die Gestalt einer Sonne an und gibt einen sanften Klang von sich. Wird hingegen ein Punkt erstellt wenn der Hintergrund schwarz ist, so entsteht langsam ein Mond, natürlich nicht ohne erneut einen ruhigen Sound von sich zu geben. Durch das Drücken des Steuerkreuzes wechselt man zwischen Tag und Nacht Szenario. Dabei bestimmt die Position des Punktes, welchen ihr macht, die Tonhöhe, sowie das Instrument. Ausprobieren heißt hier die Devise.
„Rec-Rec“ wird vielen vor allem seit der Präsentation auf der Game Developer Conference 05 ein Begriff sein: Vier Fische bewegen sich von recht nach links über den Bildschirm. Durch das Berühren eines der Fische, kann man eine Sprachaufnahme auf diesen legen, natürlich mittels des eingebauten Mikrofons des Nintendo DS. Dieser Sample läuft nun in einem Loop ab und ihr lasst so mit den Fischen einen Klangteppich mit euerer eigenen Stimme entstehen. Doch wer sagt, dass ihr euch dabei belassen müsst? Nehmt doch auch Dinge wie euere Haustiere, oder kurze Samples aus dem Fernsehen auf – wer würde euch nicht um einen coolen Harald Schmidt Rap beneiden?!
 
 Autor:
Oliver Sautner
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Screenshots:
Prognose:
5/5
Leserhype:
7.8